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23.04.2014

Keine Sprechstunden mehr

Seit 2014 biete ich keine Sprechstunden in Praxen mehr an. Ich setze meine Arbeit an der Universität fort als Forscher und Lehrender.  … mehr 

23.01.2013

Sprechstunden reduziert

Seit 1.1.2013 habe ich meine klinische Tätigkeit reduziert und arbeite neu auch am Veterinary Public Health Institute der Uni Bern. Daher konsultiere ich nur noch Montags in Freiburg  … mehr 

05.09.2012

Unterricht zu Tierhaltung und -pflege

Bereits seit 2011 unterrichte ich für den Verband Zoologischer Fachgeschäfte Schweiz in der französischsprachigen Schweiz. Neu gebe ich auch den Unterricht für Tierpfleger an der Berufschule in Lausanne  … mehr 

08.05.2012

Radiosendung über Tierkommunikation

Ein Thema, das ärgert, nervt, überrascht, zum Schmunzeln anregt, Verachtung auslöst, und doch häufig unseren allzuschweren Alltag etwas erleichtert. Es geht um Tierkommunikation. Eine Radiosendung auf Französisch  … mehr 

10.07.2011

Mobile Praxis

Das neue Praxisfahrzeug erlaubt den Einsatz sowohl im Feld als auch in verschiedenen Praxen in Biel, Freiburg und Lausanne.  … mehr 

Tempelzinne in Taiwan

Mein Bezug zum Fernen Osten

Nichts ahnend haben mich meine Eltern mit sechs in die erste Judolektion geschickt. Seither hat mich diese Kampfkunst tief greifend geprägt und die Prinzipien ihres Gründers Jigoro Kano sind mir in Fleisch und Blut übergegangen:

  • Das Ziel erreichen durch Nachgeben (Ju)
  • Optimaler Einsatz der Energie (Seiryoku Zenyo)
  • Gemeinsames Wachstum durch gegenseitige Unterstützung (Jita Yuwa Kyoei)

Im Verlaufe meines Lebens haben diese Regeln und viele weitere Erfahrungen aus dem Judo immer wieder gute Dienste beim Bestreiten des Alltags geliefert.

Durch verschiedene Verletzungen und mein Bestreben möglichst schnell wieder gesund zu werden, hat mir Judo auch den Zugang zu alternativen Heilmethoden verschafft (Verstauchungen und Zerrungen eignen sich wunderbar um die Wirksamkeit einer Heilkunst zu überprüfen). Unterbewusst haben mir diese Erfahrungen wohl auch den Zugang zur traditionellen chinesischen Medizin (TCM) erleichtert.

Während meines veterinärmedizinischen Studiums tat sich eine immer grössere Kluft zwischen dem auf, was ich mit Judo und TCM erlebte und dem, was mir an der Hochschule vermittelt wurde. Deshalb suchte ich auf beiden Seiten nach Grenzen und Bedingungen, die mir eine Synthese erlauben würden.

Schulmedizinisch führte mich das durch zwei Dissertationen mit intensivem Studium der Labordiagnostik, Statistik und Epidemiologie bis hin zur Philosophie der Naturwissenschaften und der Erkenntnistheorie. Meine Erfahrungen wurden dagegen durch zwei lange Studienaufenthalte in der Wüste Gobi (Äussere Mongolei) geprägt. Fasziniert von der Lebenseinstellung der Mongolen, und um die Philosophie des Buddhismus (und des Judos) besser zu verstehen, habe ich mit Zazen begonnen. Während des langen Sitzens sind mir tatsächlich einige Aha-Erlebnisse (Erleuchtungen) zuteil geworden und ich habe festgestellt, dass das Prinzip des Nachgebens auch im realen Alltag umsetzbar ist, ohne in Willenlosigkeit zu verfallen.

Trotzdem geriet ich mit den Zenlehren der Soto-Zen-Linie von den Meistern Eihei Dogen, Kodo Sawaki, Taisen Deshimaru und Michel Bovay wieder an eine Grenze. Intensives Judotraining, Meditation und eine Japanreise halfen nicht weiter, aber der Zufall wollte es, dass ich an ein Qigong-Seminar eingeladen wurde, in dem spontanes Qigong von einem taiwanesischen Meister vermittelt wurde.

Chen Yongzhì und dessen Lehrer Li Zhi Chang haben mir seither Dinge beigebracht, von denen ich nie zu träumen wagte. Sie haben mir die Verbindung mit meinem Unterbewussten und meiner Intuition ermöglicht und lehren mich heute noch, damit umzugehen. Damit habe ich Zugang zu den Ursprüngen der asiatischen Kampfkünste, der Heilkunst und der alten asiatischen Philosophie. Es sind dies weniger intellektuelle Konzepte als konkrete Übungen durch die ich verstehen kann, wie die Daoisten der ersten Stunde auf die Idee kamen, mit Nadeln zu heilen, Beifuss zu verglühen oder mit Zimt zu räuchern.

Zu guter letzt bin ich immer noch Europäer und Tierarzt. Deshalb ist es mir auch wichtig, die Erfahrungen möglichst einfach zu erklären und nicht auf kulturelle Hintergründe abzustützen. Interessanterweise gibt es in jedem Kulturkreis Erklärungsmodelle, die darauf hinweisen, dass die alten Griechen, Schamanen, Urchristen und viele mehr, von den gleichen Phänomenen sprechen. Im Lichte dieser uralten Traditionen, mit denen die Menschheit immerhin überlebt hat, scheint mir die westliche Naturwissenschaft ein eher kurzes Experiment, das zwar zu einer rationelleren Nutzung der Ressourcen geführt hat aber keineswegs zu Nachhaltigkeit.

In meinem tiermedizinischen Alltag sind mir Erklärungen weniger wichtig als die Wirksamkeit meiner Methoden und von der hat mich bis jetzt schon manch ein Patient überzeugt.

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